Archiv für Februar 2013

Denk- und Merkwürdiges zu Neupack

Nach einem siebentägigen Arbeitseinsatz (bis einschließlich Dienstag, 19.2.) in den Neupack-Werken streikten die KollegInnen wieder, als die IG BCE-Führung für den Donnerstag eine Mitglieder-Versammlung der Stellinger und Rotenburger Belegschaft einberief. Als sie danach wieder nach Hause gingen, richteten sie sich auf weitere Streik-Tage ein, jedoch erreichte sie am selben Abend noch die Botschaft vom Hauptvorstand aus Hannover, daß sie Freitag wieder zu arbeiten haben.

Die Maschinenführer spielen bei der Produktion eine entscheidende Rolle. Zwei von ihnen hatten die Gelegenheit genutzt und sich nach über dreieinhalb Monaten den Streikenden angeschlossen. Der Maschinenführer Iraklis Tsitouridis sagte: „Mir sind 500 Kilo von den Schultern gefallen! Ich bin froh, daß ich von nun an auch draußen bleiben werde“.
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Beim Streik bei Neupack wird das Recht auf Streik unterlaufen

Eine Entschließung zu Erkämpfung eines wirklichen Streikrechts

„Die Versammlung anlässlich des Streiks bei Fa. Neupack Hamburg/Rothenburg am 12. Februar 2013 im Gewerkschaftshaus Hamburg verabschiedet nach den Referaten von zwei Rechtsanwälten und eingehender Diskussion folgende Entschließung: Anlässlich unserer Diskussion über das gewerkschaftliche Recht auf Streik stellen wir folgende vier Forderungen auf…“ Resolution beschlossen von ca. 85 Teilnehmern bei einer Enthaltung, ohne Gegenstimme, bei der Veranstaltung „Unser Recht auf Streik nur auf dem Papier?“ des Hamburger Ortsvereins von verdi, Fachbereich 08, am 12. Februar 2013
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2013/02/streikresolution_neupack.pdf

Der Gesamtbeitrag mit den Ergänzungen:
http://www.labournet.de/politik/gw/kampf/streik/entschliesung-zum-erhalt-des-rechtes-auf-streik/

Die Schlacht um die gar trutzige Doerriesburg nahe am Flecken St. Ellingen

Ein modernes Märchen zum Streik bei Neupack von Jacob Grimmig vom 14.2.2013
Ein kleines Heer belagert seit drei Monaten eine Festung, eine große Burg, die Doerriesburg. Die Soldaten hatten selbst viele Jahre dem Burgherren, dem alten Graf Krüger treu und willig gedient. Weil sie aber von dem jähzornigen alten Herrscher immer wieder gedemütigt und dazu noch schlecht gelöhnt wurden, viele mussten sogar vor den Toren der Burg betteln gehen, um zu überleben, beschlossen sie einen Aufstand. Da sie sich aber allein zu schwach wähnten, suchten sie sich einen starken Fürsten aus dem fernen Hannover als Bündnispartner. Der sagte ihnen: Ich bin auf den Grafen Krüger gerade auch nicht gut zu sprechen, er ist sehr unbotmäßig, ich helfe euch: Koste es, was es wolle. Er schickte ihnen auch sehr zuverlässig Ausrüstung und Essen und alles, was sie brauchten. Sie schlugen Zelte auf rund um die Doerriesburg und zündeten Feuer an, die Tag und Nacht brannten. Die brauchten sie auch, weil es die Winterszeit war, als sie ihren Aufstand begannen. Der Schnee und Stürme setzten ihnen und den Zelten stark zu. Aber sie harrten aus und wurden immer wütender, denn Graf Krüger führte mit seiner zahlreichen Sippschaft nach wie vor in der Burg ein Leben in Saus und Braus. Als Graf Krüger nun aber fast allein war in seiner Doerriesburg, weil seine Knechte und Mägde alle aufständig geworden waren, hatte er eine schlaue Idee. Er sprach mit Herzog Pieningius aus Katowice, der fernen Provinz Silesia, der betrieb einen schwunghaften Handel mit fremden und eigenen Landeskindern. Der schickte ganz schnell per express etliche Sklaven zur Auffüllung der Burg. Da war Graf Krüger und seine Sippschaft aber froh, auch wenn die Aktion viele Gold-Taler kostete. Sie glaubten: Jetzt besiegen wir die Aufständischen und gedemütigt kommen sie auf Knien wieder rein. Aber die Aufständischen ließen sich nicht entmutigen und hielten durch.
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Flexi-Verhandlung vor dem Hamburger Landesarbeitsgericht

Die IG BCE macht einen Flexi-Streik, ein rein und raus der Belegschaft (augenblicklich sind die Streikenden in Stellingen und Rotenburg wieder draußen, d.h. am Streiken) und das Landesarbeitsgericht (LAG) machte heute eine Flexi-Verhandlung und zwar gründlich: vier Mal rein und raus.

Zuerst das Ergebnis:
Der Arbeitsrichter Lesmeister entschied, daß die Streikenden berechtigt sind, alle Arbeitswilligen (das Wort Streikbrecher mochte er nicht in den Mund nehmen), anzusprechen mit dem Ziel, sie zur Teilnahme an dem Streik zu überzeugen und über den Verlauf des Streiks zu informieren. Er machte allerdings eine Zeitbegrenzung: 15 Minuten! (mehr…)

»Unser Recht auf Streik steht doch nur noch auf dem Papier . . . «

Dienstag, 12. Februar 2013, 19.00 Uhr Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof im DGB-Bildungswerk (ehemals ver.di-Center)

Es sprechen:
*Christian Schoof, Rechtsanwalt, langjähriger Gewerkschaftssekretär IGM-Bezirksleitung Küste
*Benedikt Hopmann, Rechtsanwalt, Vertreter für ver.di im Verfahren von »Emmely« bis vor den BAG
*Kolleginnen und Kollegen aus Hamburger Betrieben, anschließend Diskussion Verdi Fachbereich 08, Ortsverein Hamburg (mehr…)