»Unser Recht auf Streik steht doch nur noch auf dem Papier . . . «

Dienstag, 12. Februar 2013, 19.00 Uhr Gewerkschaftshaus, Besenbinderhof im DGB-Bildungswerk (ehemals ver.di-Center)

Es sprechen:
*Christian Schoof, Rechtsanwalt, langjähriger Gewerkschaftssekretär IGM-Bezirksleitung Küste
*Benedikt Hopmann, Rechtsanwalt, Vertreter für ver.di im Verfahren von »Emmely« bis vor den BAG
*Kolleginnen und Kollegen aus Hamburger Betrieben, anschließend Diskussion Verdi Fachbereich 08, Ortsverein Hamburg

»Unser Recht auf Streik steht doch nur noch auf dem Papier . . . «
Mit diesen Worten beschrieb eine Kollegin ihre Erfahrungen des Arbeitskampfes. Sie fühle sich eingeschüchtert dadurch, dass die IG BCE mit Verweis auf ein gerichtlich angedrohtes Ordnungsgeld in Höhe von 250. 000 Euro die Streikenden täglich zur Zurückhaltung mahne. Sie fühle sich zur Passivität verurteilt, wenn die Polizei bei angeblicher Überreaktion eines Streikenden mit Platzverweis drohe. Schließlich wolle sie ihren Platz inmitten ihrer Kolleginnen und Kollegen nicht riskieren. Aufgebracht und wütend aber mache sie, ohnmächtig mit ansehen zu müssen, wie der Unternehmer jeden Tag neue, zumeist polnische Streikbrecher einstelle. Seit 1. Januar hat der Unternehmer Krüger schon 58 Arbeitskräfte als Reservemannschaft in Hamburg und Rotenburg unter Vertrag genommen. Die Verteidigung unseres Grundrechts auf Streik, unseres Grundrechts auf Gewerkschaften ist Aufgabe aller organisierten Gewerkschafter. Diese Aufgabe´können unmöglich 110 Streikende der Firma Neupack für uns lösen! Länger als drei Monate kämpfen Kolleginnen und Kollegen der Firma »Neupack Verpackungen« mit Hilfe ihrer Gewerkschaft IG BCE für geordnete Arbeitsverhältnisse und einen Tarifvertrag, also für elementare Regelungen, die vielen von uns selbstverständlich sind. Nicht aber den Beschäftigten bei der Firma Neupack. Die Unternehmerfamilie Krüger besteht darauf, nur mit jedem einzelnen Beschäftigten spezielle Abmachungen zu treffen und Arbeitsverträge zu vereinbaren. Selbst die unzulänglichen Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats würde sie gerne rückgängig machen, wenn sie könnte. Folglich treffen Unternehmer und Betriebsrat sich häufig vor Gericht. Unter diesen Bedingungen der täglichen Unternehmerwillkür wollen und können die Streikenden nicht auf einen Tarifvertrag verzichten und kämpfen seit 1. November bei Wind und Wetter.